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Es ist ja nichts wirklich Neues, dass diverse Experten an dem Thema KI arbeiten und zwar am Thema „Software generierte Texte“. Anfänglich eher eine Spielerei, in Form von Frage und Antwort-Spielen, basieren auf Keywords und vorgefertigten Antworten, die passend dazu ausgespuckt wurden. Also die ersten Instanzen der Chatbots. Oder Textgeneratoren, die aus zur Verfügung gestelltem Textmaterial, neue Texte erstellen – der Roboterjournalismus.

Nun, dann gab es da noch das Unternehmen OpenAi INC, eine Non-Profit-Organisation. Das Ziel von OpenAi, die Erforschung der künstlichen Intelligenz. Mitgründer Elon Musk, Microsoft, Paypal-Gründer Peter Thiel, Reid Hoffman (LinkedIn) und Salesforce-Chef Marc Benioff, nur um die Dimension mal ein bischen auf zu machen, wer da mit dahintersteckt.
Im November 2019 veröffentlichte OpenAi den GPT-2 (Generative Pretrained Transformer 2). Einem künstlichen neuronalen Netzwerk zur automatischen Generierung von Texten, passen zu vorgegebenen Themen. Dabei erstellt GPT-2 Sätze anhand der Wahrscheinlichkeit, wie diese auftreten könnten. Die Grundlage bildete dafür eine Textsammlung von 45 Millionen verarbeitete Seiten Text. Kurzum, ein Algorithmus, der Wahrscheinlichkeiten von Textzusammenhängen berechnet und entsprechende Inhalte ausgibt. Bei Google kennen wir das ja zu gut, ich würde das mal mit SEO und WDF*IDF vergleichen.
Im März 2020 wurde dann die verbesserte Variante GPT-3 vorgestellt. GPT-2 arbeitete bereits mit 17 Milliarden Parametern, die neue Variante mit sagenhaften 175 Milliarden Parametern und schlappen 570 GB Text als Lernvorlage.

So arbeitet der Textgenerator GPT-3

Man füttert GPT-3 mit einer Grundladung an Informationen. Z.B. Stichwörtern oder ein paar Zeilen Text. Die „KI“ analysiert die vorgegebenen Daten und gibt die, nach seiner Logik, besten passenden Texte zur Antwort oder bildet einen neuen Textabschnitt.
Dann füttert man GPT-3 mit noch mehr Infos oder Angaben und der Generator ergänzt den bestehenden Verlauf usw. bis man einen Artikel geschrieben, die Antwort, die man hören wollte erhalten, oder einen Roman fertiggestellt hat.

Was kann GPT-3?

Eine der ersten kommerziellen Anwendungen ist, wie sollte es auch anders sein, ein Spiel, genauer eine Textadventure. AI Dungeon, so nennt Walton die neue Version, generiere detailreiche, fesselnde und zusammenhängende Geschichten.
AI Dungeon 3 könnt ihr nach einer Registrierung für sieben Tage kostenlos testen. Das anschließende monatliche Premium-Abo kostet 9,99 US-Dollar. Die Software funktioniert nur in englischer Sprache, wie aktuelle der komplette GPT-3.

Aber die KI kann weitaus mehr als nur zusammenhängende Geschichten erfinden.

1, Texte verfassen: z.B. komplette interaktive Adventures, Forenbeiträge, Tweets, Kurzgeschichten, Märchen, Zeitungsartikel, Parodien, Gesetze, Kunstkritiken und Wortwitze erklären…
AI Dungenon
Tweets
Forenbeiträge

2. Programmieren und Layouten: Statt Programmiercode einzugeben muss der Software nur „diktiert“ werden, was auf der Website zu sehen sein soll.
Video einer Layouterstellung für Google inkl. zugehörigem Code
Video einer Layouterstellung „Newsletter“ inkl. zugehörigem Code

3. Anwendungen:
– eine eigene Suchmaschine „ask my anything“
– wie oben schon genannt, den Layoutgenerator debuild (Beispielvideo)
– „Welcome to Simplify“ einem Tool zum vereinfachen von Texten
– Design Plugin für Apps etc. Figma
Programmiercode erklären
– Mathe: Formeln aus Sprache erstellen und berechnen
– Chatten, Fragen beantworten, Songtexte schreiben…

Die Möglichkeiten von GPT-3 sind riesig, allerdings endet hier auch der ursprüngliche Non-Profit-Gedanke von Open Ai. Der Quellcode für GPT-3 soll jedenfalls nicht öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Stattdessen will die Organisation eine kostenpflichtige Programmierschnittstelle anbieten. Das soll einerseits die Finanzierung einer „General AI“ sicherstellen. Die Modelle hinter GPT-3 seien zudem äußerst groß und benötigen viel Rechenleistung – den Betrieb könnten sich so nur größere Unternehmen leisten. Damit will OpenAi dem Missbrauch der Technologie entgegenwirken.

Oder andersherum, Open Source ist etwas nur, bis es kommerziell zu relevant wird.

Schade.

Aber, trotzdem ein spannendes Thema, welches man im Hinterkopf behalten sollte. Gerade im Bereich der redaktionellen Berichterstattung auf nationaler Ebene, könnte GPT-3 viel Aufsehen verursachen, ebenso im Buchbereich, Programmierung und Layout.
Um wirklich spannend für den Gaming-Bereich zu werden bräuchte es noch eine visuelle Komponente, die hat aber bis heute noch keiner erfunden.

Aber, der Mensch ist ja dafür berühmt, dass er das macht, was möglich ist. Warten wir es also ab.


Photo by Franck V. on Unsplash

Wolfram Daur - Online Marketing Manager || 2016 offiziell zertifiziert durch ein Online-Studium zum Online Marketing Manager durch die DEPAK (Deutsche Presseakademie)

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