Daur-Online

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Daher wird es Zeit einen Ausblick auf die möglichen Online Marketing Trends 2020 zu wagen.

Das Jahr 2019 hatte ja schon einiges an freundlichen „Überraschungen“ für uns bereit gestellt, die uns auch weiter begleiten werden. Dazu gehört vor allem das Thema DSGVO, Voice-Search, Messenger und Influencer.

Die digitale Welt entwickelt sich immer weiter weg vom klassischen Outbound hin zum perfektionierten Inbound Marketing. Auch in den ländlichen Regionen Deutschlands merkt man langsam, dass die Kunden im B2B sich nicht mehr nur von reiner Reichweite blenden lassen. So langsam zeigt sich, dass nicht allein die Reichweite entscheidend ist, sondern das was zum Schluß übrig bleibt, der CPA (Cost per Acquisition).

Ebenso kein Trend mehr, ist die Nutzung des Internets über mobile Endgeräte.  Es heißt auch nicht mehr „mobile first“, sondern „mobile only“! Wen das heute noch überrascht, nun, für den hab ich da ein schönes Zitat.

There are three types of people:
Those who make things happen,
those who watch things happen, and
those who ask „What happened?“.

Casey Stengel

Content 2020

Ich möchte hier eigentlich nicht von einem neuen Trend sprechen, da Content schon immer eines der tragenden Instrumente im Online Marketing war und ist. Aber es hat sich doch so einiges entwickelt, woraus sich Trends für 2020 im Bereich Content ableiten lassen.

Position 0 – featured Snipped und die Sprachsteuerung

Ja, das featured Snipped Spielzeug von Google. Ich hatte in einem anderen Artikel bereits über die Position 0 bei Google geschrieben, daher erspare ich mir hier die Erklärungen.
Das Thema ist aber insbesondere für 2020 relevant, da das featured Snipped hauptsächlich für die Sprachassistenten entwickelt wurde, also die Suche mit Sprachbefehlen, Voice Search. Außerdem wird der Inhalt des featured Snippeds vorgelesen, wodurch sich weitere Optimierungen ableiten lassen.
Die Sprachsuche ist bereits in fast alle Smartphones fest integriert, über Siri, Google Assistent oder Cortana. Damit stehen die digitalen Assistenten über 80% der Bevölkerung zu Verfügung. Hinzu kommen die jeweiligen Assistenten für zu Hause wie z.B. Alexa.

Warum ist das featured Snipped jetzt ein Trend für 2020?
Ganz einfach, mit Hintergrund, dass das featured Snipped für die Suche via Sprache und Sprachassistenten entwickelt wurde, muss der Content auch entsprechend optimiert werden.
Heißt, das „Wording“ des Artikels muß für Suchmaschinen und für die gesprochene Sprache optimiert sein.

Automatische Indizierung von Bilder, Videos und Podcasts für Suchmaschinen.

Klar ist, dass Videos in der Zukunft noch relevanter werden. Daher ist es um so wichtiger die Inhalte von Videos direkt aus diesen zu entnehmen und über die Suchmaschinen bereitzustellen.
Es wird also dringend notwendig, dass Suchmaschinen den Inhalt von Videos verstehen und für Suchmaschinenanfragen indizieren können. Cloud Speech-to-Text ist hier ein Beispiel von Google, welches gesprochene Sprache in Text umwandelt. Dabei erkennt das System aktuell 120 Sprachen.
Bei Bildern wird es dann noch ein Bischen schwieriger, da die Suchmaschine selbst verstehen muß, was der Sinn des Bildes ist um diesen zu indizieren. Heißt, die Suchmaschine muß sich die Keywords selber zusammensuchen, währen diese in Texten bereits vorhanden sind, bzw. bei Videos über die Sprache gefiltert werden können (soweit vorhanden).
Zur Zeit erkennen Bilder-KIs einen Großteil der Motive, auch Emotionen sind bereits auswertbar. Die Adobe-Ki erkennt außerdem Bildmanipulation. Im Social Media Bereich nutzt z.B. Facebook eine eigene KI um Bilder zu erkennen und Personen im Netzwerk zu verknüpfen.
Aktuell ist die gängige Methode zusätzlich Inhalte als Alt-Attribut, Description etc. für die jeweiligen Multimedia-Inhalte selbst hinzuzufügen.
Die KIs werden sich weiterentwickeln und dadurch neue Möglichkeiten bereit stellen. Interessant wäre hier z.B. die Möglichkeit bilder mit Werbebotschaften zu vertaggen, die über einen Code in das Bild integriert sind. Ähnlich der anwendungen von AR.

Das Google-Update BERT im Oktober 2019 zeigt die Relevanz der Voice-Search für Google als Suchmaschine. Für Marketer hat das Update zur Folge, dass sie die Inhalte ihrer Website in Zukunft noch genauer an die Suchintention der Zielgruppen anpassen müssen, um nicht von Google abgestraft zu werden. Dazu gehört auch der Fokus auf eine natürliche Sprache.

Video first

Kommen wir direkt zum Thema Video, ebenfalls ein ständig wachsender Format im Content-Blumenstrauss. Laut einer Cisco Studie wird in 2020 der Großteil (75%) des mobilen Traffics aus Videos bestehen. Womit auch wieder das Thema „mobile“ und „5G“ eine noch stärkere Bedeutung bekommen, dazu später mehr.
Eine ausführliche Zusammenfassung zum Thema Videos findet Ihr bei den Videobegeisterten.com.

Fakt ist, Videos sind der Renner in den sozialen Netzwerken. Dies belegen nicht nur die Zahlen von YouTube und Instagram, sondern auch das rasante Wachstum von Apps wie TikTok oder Streaming-Diensten.
Videos sind einfach aus der Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Vereinen Sie doch alle Vorteile von Sprache und Bild und sind dabei noch einfach zu konsumieren. Viel Input, wenig Aufwand – perfekt für den Konsumenten.

Dabei sind es nicht immer nur Musikvideos, die die Charts der meistgesehenen Videos anführen. Dieses Jahr schaffte es Rezo mit seinem politischen Video „die Zerstörung der CDU“ auf Platz 1 der deutschen YouTube Charts, mit unglaublichen 16,44 Millionen Aufrufen!

User generated Content (UGC)

Auch nicht wirklich neu, aber voll dabei, der User generated Content. Die Zeiten, als lediglich die Unternehmen Content produzierten, sind schon lange Geschichte. Bilder, Videos, Musik, Blogartikel, Rezensionen und noch mehr – all diese Content-Formate werden inzwischen massenweise von Privatpersonen produziert und auf diversen Webseiten oder Social-Media-Kanälen hochgeladen. Das Resultat: kein einseitiges Sender-Empfänger-Modell mehr, sondern Interaktion und Austausch zwischen Plattform und Mensch.

Auch die Unternehmen erkannten diese Trend und das Influencer-Marketing war geboren. Wobei hier gerade Kampagnen erfolgreich sind die Sinn stiften und authentisch daher kommen.
Ist ein Influencer authentisch, steigt auch das Vertrauen der Follower in dessen Aussagen, eine Win-Win Situation für Unternehmen und Influencer. Im Prinzip das alt bewährte Erfolgsmodell der „Mund-zu-Mund-Propaganda“.  
Nachgewiesen ist auf jeden Fall, dass Menschen mehr Zeit auf Seiten etc. verbringen, wenn sich dort User generated Content befindet und die Möglichkeit zur Interaktion bereitgestellt wird. Durch  Diskussionen, kommentieren, liken und teilen des UGC entsteht ein Community-Gefühl, im Positiven wie im Negativen (Shitstorm!).
Der UGC wirkt nicht nur auf die klassischen SEO Bereiche sondern auch auf positiv auf die Verweildauer (Dwell Time). Die Verweildauer ist ein weiterer wichtiger Aspekt für Suchmaschinen und die damit interpretierte Seitenqualität.
Kommentare etc. auf bestehende Inhalte wirken sich zusätzlich positiv aus, zeigen diese Nutzersignale doch, dass Interesse am Thema besteht und im Besten Fall Lösungen auf echte Probleme angeboten werden.

Interactive Content – Facebook Horizon mit Disruptionspotential

Auch ein ständig wiederkehrendes Thema ist der Interaktive Content. Besonders in den Bereichen AR und VR tut sich einiges. So kündigte Facebook die VR-Welt Facebook Horizon für 2020 an.
Horizon erinnert mich stark an das Buch bzw. den Film „Ready Player One“. Wenn Facebook es schafft diese virtuelle Welt vernünftig umzusetzen, dann hat Horizon die Chance auf die nächste große Disruption.

Ja, das Jahr 2020 wird krass. Mit der Oculus ist Facebook auf jeden Fall der Marktführer im VR-Bereich. Lauscht man dem Oculus Connect 6 VR Event, dann fühlt man sich schon halb wie bei „Ready Player One“ unf Facebook wird den Weg von der reinen Social Media Plattform zum VR Netzwerk gehen und eine eigene „Oasis“ erschaffen. Dadurch wird sich einiges ändern, forausgesetzt, die Infrastruktur spielt mit!

Hier geht´s direkt zum Artikel Facebook Horizon – erstes Social-VR.

Marketing 2020

Das klassische Marketing ist nur noch ein Aspekt des Online-Marketings. Andersrum könnte man auch sagen, dass Marketing zum Großteil aus Online-Marketing besteht, je nach Empfinden. Fakt ist aber, das klassische Outbound-Marketing geht dem Ende entgegen und damit wird auch das Werben offline immer unattraktiver. Warum, ganz einfach, die Unternehmen haben gelernt, dass entscheidend ist, was bei einer Werbekampagne rüber kommt. Es ist zwar toll, wenn man 1 Mio. Menschen flächendeckend erreicht, aber die wirklich relevante Kennzahl ist der CPA (Cost per Acquisition). Also was kostet es mich, einen Kunden zu gewinnen. Dafür bietet das klassische offline Marketing wenig Möglichkeiten und ist in der Regel extrem teuer. Im Vergleich zum Online-Marketing sind diese KPIs bereits gelernt und können optimiert werden. Die Kosten für digitale Kampagnen fallen wesentlich niedriger aus und können durch Personalisierung optimiert werden.

Die CPA ist im digitalen teilweise um ein Vielfaches günstiger als im Offline Marketing.

2018 wurde ca. 56% für Digitale und additive Werbung (TV-, Radiowerbung, Instoremarketing u.a.) investiert. Der Grund: Klassische Marketing Events und Druckmaterial sind häufig in der Entwicklung teurer und dienen oftmals immer noch als Basis für den Digitalbereich. Jede Agentur kennt solche Herangehensweisen bzw. Kundenwünsche. Im Sinne von „Digital First“ wird sich dieses Verhältnis aber künftig noch stärker ändern.
Geringerer Preis, schnelle Reaktionsmöglichkeit, jederzeit optimierbar, direkte Ansprache von Zielgruppen.
Aber, wo Licht ist, ist auch Schatten, der große Erfolgskurs des programmatic Advertisings wurde 2019 durch die DSGVO ausgebremst.

DSGVO 2020

Damit kommen wir auch schon zum großen Problemkind für 2020, der DSGOV und ihren Folgen.
Egal was man über die DSGVO denken mag, sie ist da und die Unternehmen müssen sich daran orientieren. Dies bedeutet, personenbezogene Daten dürfen nur noch mit der aktiven Einwilligung des Nutzers erhoben und verarbeitet werden.
Glücklicherweise sind die Nutzer bereits so genervt von den ständigen Cookie-Pop-ups, dass sie diese meist bestätigen. Bei einer unserer Plattformen, einem Auktionsportal, zeigte die Auswertung der Consent Erfassung, dass 80% der Empfehlung folgten und alle Cookies zuließen.
20% befassten sich tatsächlich mit den Cookie-Settings und aktivierten nur die notwendigen Cookies.
Aber es geht hier um die Perspektive der Vermarktung und da ist der Cookie Consent nur ein Bestandteil des Problems.

Die Publisher

Als Publisher möchten wir natürlich für unsere Inhalte auch digital Geld verdienen. Die besten TKPs kommen hier über das programmatic Advertising und die zugehörigen realtime bidding Plattformen mit YIELD-Optimierung etc..

Programmatic Advertising 2020 – Wir brauchen Daten, nur woher?

Damit Programmatic aber funktioniert sind
a) Daten notwendig (klassisch Cookies) und
b) die Werbung darf nicht geblockt werden.

Also rechnen wir kurz zusammen:

  • 20 % deaktivieren Cookies via Cookie-Plugin (damit werden keine Daten mehr vom Nutzer erfasst! Werbung wird trotzdem ausgespielt, nur nicht mehr personalisiert!)
  • 30 % nutzen einen AdBlocker für Desktop und Laptop und 10,7% bei Smartphones. (Sprich, hier wird gar keine Werbung mehr ausgespielt.)
  • Bei unserer Verlagsseite ist der meistgenutzte Browser Chrome mit 25% dicht gefolgt von Safari mit 23%, Firefox liegt auf Platz 5 mit 9%.
    Chrome hat einen integrierten AdBlocker und eine „do not track“ Funktion.
    Safari und Firefox haben einen Pop-Up Blocker integriert der in der Grundeinstellung „on“ ist. Wobei ich ebenfalls kein Fan von Pop-Ups bin!

Kurzum, wir können davon ausgehen, dass mindestens 30% der Werbung komplett geblockt wird.
20% der Werbung wird nicht personalisiert ausgespielt, wodurch schlechtere Preise erzielt werden, da der Streuverlust immens ist.  Dazu kommt noch eine Dunkelziffer an Nutzer, die inkognito oder mit aktiven „do-not-track“ Funktionen unterwegs sind.

Kurzum, programmatic Advertising ist zwar toll, aber nur wenn sie in einem geschlossenen System ausgespielt wird, wo alle Daten zur Verfügung stehen, z.B. auf Plattformen und Communities wie Amazon oder Facebook. Denn hier hat der Nutzer durch seine Registrierung bereits der Datenverarbeitung zugestimmt!

Daher muß sich Programmatic vom klassischen Cookie lösen und seine Daten anders erheben. Denkbar wäre hier eine Form des Bitcoins, der User für das Betrachten von Werbung belohnt und zwar in Cash! Oder gleich alle Cookies abschaffen und alles direkt über den Browser steuern, wie von Google angestrebt.

Alternativ gibt es auch schon Bitcoin Browser! Die über integrierte AdBlocker verfügen und nur Werbung aus einem eigenen Netzwerk zulassen. Die Werberate kann selbst definiert werden und man wird für das anschauen der Werbung mit Bitcoins (Basic Attention Token BAT) „entschädigt“. Ich habe das selber noch nicht getestet und kann zur Seriosität der Anbieter keine Aussagen treffen.

Fakt ist, programmatic Advertising muß sich neu erfinden, wie auch immer. Einen Lösungsansatz habe ich weiter oben schon genannt. Den Aufbau von geschlossenen Systemen mit Registrierung, den Plattformen.

Big Data – es ist kompliziert

Nun, ähnlich wie beim programmatic Advertising verhält es sich auch bei Big Data. Wir bekommen einfach nicht mehr alle Daten. Daher müssen auch hier neue Wege beschritten werden um die blinden Flecken wieder zu beleuchten. Die Plattformen mit ihren Registrierungsfunktionen biete hier einen praktischen Weg, Daten mit einem Account zu verbinden und so zu nutzen.

Ein ebenfalls interessanter Weg für 2020 ist die Möglichkeit online Daten mit offline Daten zu erfassen und zusammenzuführen. Im Sinne des CPA (Cost per Acquisition) dürfte dies ein spannendes Feld werden. Gerade für Ladengeschäfte und Dienstleister, die kein E-Commerce haben, dürfte es spannend sein, zu wissen, welche Nutzer nach einer Kampagne deren Geschäft aufgesucht haben.
Damit erhält die User Journey eine neue Dimension, nämlich die Bewegungsdaten des Nutzers in der realen Welt!  

Online-Videowerbung

Nachdem ich bereits zu Anfang unter Content – „Video first“ von dessen Erfolgskurs geschrieben habe, dürfte auch jedem klar sein, dass die Werbung in Videos an Relevanz zunehmen wird.

Voice Commerce

Wie beim Thema Videowerbung verhält es sich auch mit dem Thema Voice Search und Voice Commerce. Mit steigender Nutzung der Sprachassistenten wird auch diese Technik immer beliebter werden für Unternehmen um dort gezielt Werbung auszuspielen. Im Bereich Voice Commerce liegt ganz klar Amazon mit seiner Alexa vorne.

Social Media 2020

Auch wenn manche Plattformen schwächeln, der Abstieg hat noch lange nicht begonnen. Dies belegen die Zahlen von Facebook, Instagram und Co. Aber es gibt auch neue Player am Markt, die sich in 2020 erst richtig entfalten werden. Dazu gehört z.B. die erste chinesische App, die weltweit auf Erfolgskurs ist – TikTok, mit 5,5 Mio. Nutzern in Deutschland. Aber auch bei den sozialen Netzwerken gibt es einen klaren Content-Trend, die Videos.
Die Menschen lieben neue Plattformen, was nachvollziehbar ist, denn irgendwann hat man sich satt gesehen und freut sich auf neuen Content. Vor allem wenn die Marketing-Maschinerie Einzug gehalten hat, dann ist der Inhalt nicht mehr so fresh und authentisch.

Influencern vs. Nano-Influencer

Die Influenzer werden auch in 2020 nicht aussterben, warum auch. Ich finde es immer interessant, wenn Kollegen zu mir sagen, dass Influencer nur ein Trend sind und bald wieder von der Bildfläche verschwinden. Bedenkt man, dass es Influencer schon immer gab, früher waren das halt Schauspieler oder Fussballer etc. denen die Groupies hinterher gerannt sind. Heute kann jeder ein Influencer werden, wenn er das Engagement dazu hat.
Früher waren es Vorbilder und die Teenies schwärmten für Ihren Star, heute heißt das halt Influencer, die sterben nicht aus!

Insbesondere die Nano-Influencer bieten ein hohes Potential. Nano-Influencer sind glaubwürdiger und haben oft die treuere Communities aufgebaut. Sie besitzen authentischen Inhalten und verfügen über hohe Interaktionsraten. Das verschafft Ihnen einen Vorteil gegenüber den Promi-Influencern, die einfach nicht mehr nahbar sind. Die Identifikation mit den Nano-Influencern ist einfacher als mit einem Star, der sich in der Sonne am Strand von Bali räkelt, gehüllt in die neuesten Strandtücher von irgend einer Marke.

Shoppable Posts

Social Media wird zum Marktplatz mit integriertem Bestellprozess und Kundenbetreuung. Waren Pinterest und Instagram bisher immer ein Ort der Inspiration, z.B. was basteln wir heute mit den Kindern? Werden wir in Zukunft wohl gleich den kompletten Bausatz per „Klick“ bestellen. Die Shoppable Posts sind da.
Ein Shoppable Post lässt sich durch die Markierung mit einem Einkaufstaschen-Symbol leicht erkennen, der Artikel lässt sich mit nur wenigen Klicks erwerben und für die Unternehmen entsteht ebenfalls nur ein geringer Aufwand bei der Erstellung des Posts für das In-App Shopping.
Hier eine schöne Anleitung – Verkaufen auf Instagram.

Es wurde ja auch Zeit, dass hier weitere interessante Kanäle neben amazon entstehen.
Instagram versteht es wie keine andere Plattform, den Neid zu wecken. Wodurch das „will-haben-Gefühl“ verstärkt wird. Das Lead-Potential ist enorm. Ich habe leider keine Statistiken zur Nutzung gefunden, daher freue ich mich auf 2020 was sich hier ergibt.

Klar ist aber, die Shoppable Posts bilden eine interessante Alternative zum Verkauf von Produkten abseits der großen Player.

Personalisierung 2020

Die Personalisierung ist jetzt wirklich auch nichts neues. Für 2020 wird es hier keine bahnbrechenden Änderungen geben. Die bestehenden Techniken werden verfeinert, insbesondere die Customer Experience. Das Ziel ist es systemübergreifend den gleichen Stand darzustellen. Wenn ein User sein Smartphon weglegt und zum Laptop etc. geht, sollte er dort weitermachen können, wo er am Smartphone aufgehört hat.

Social Bots – Chatbots

In 2020 dürfen wir uns auf einen Boom dieser kleinen Fenster in der unteren Ecke des Screens, freuen. Chatbots werden immer besser und ermöglichen die direkte, schnelle Kommunikation mit dem User.
Wenn ein Nutzer schon mal auf einer Seite ist, dann können die Chatbots das Zünglein an der Wage sein um eine Kaufentscheidung herbeizuführen. Das Lustige dabei ist, dass Menschen anscheinend lieber mit Bots interagieren als direkt zum Telefon zu greifen und die entsprechenden Fragen einem Servicemitarbeiter zu stellen. Wohl wissend, dass man den Servicemitarbeiter „abwürgen“ muß, wenn dieser einen in ein Verkaufsgespräch verwickelt, während der Bot nicht emotionalisiert wird. Klar, der kriegt ja auch keine Provision! XD

Chatbots nutzen sich insbesondere dafür, die sog. FAQs zu bedienen, bis hin zu allen bereits erfassten Produktdetails. Der Chatbot muß dafür nicht überlegen, sondern liefert seine Antwort prompt und ohne Allüren, das spart Zeit. Außerdem schläft der Chatbot nie und ist auch nach der 100sten Frage nicht gestresst.

Nach dem Chatbots folgt das Messaging.
Kommt der Nutzer mit dem Chatbot nicht mehr weiter oder fehelen diesem die Antworten, wird die nächste Stufe gezündet, das Messaging. Hier kann dann der Nutzer direkt über WhatsApp, Viber, WeChat etc. mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen um Details zu klären.
Interessant werden die Messaging Apps auch durch die Möglichkeit direkte Zahlungen innerhalb der Apps abzuwickeln.

So ist es z.B. in China. WeChat Pay ist dort eine der führenden Zahlungslösungen und wird monatlich von rund 800 Millionen Usern genutzt. Über den Tourismus schwappt WeChat Pay jetzt nach Europa um dort die chinesische Kundschaft schnell und einfach zu bedienen.

Wenn WeChat Pay ersmal in Deutschland Fuß gefasst hat, könnte sich hier ein weiterer Trend entwickeln, denn WeChat ist eine extrem mächtige Plattform. So bedient diese nicht nur den Zahlungsverkehr, sondern enthält ein Facebook, WhatsApp, Carsharing, Maps und lcation based Systeme, Single und Flirt, eine DropBox etc. Und das alles in einer App, allerdings müßte WeChat dafür an die Datenschutzrichtlinien angepasst werden. Datenschutz ist in China aktuell noch eher ein unbekanntes Problem! XD
Laut Statista wird WeChat aktuell von 1,15 Milliarden Nutzern verwendet.

Blockchain und BitCoins 2020

Wie ebenfalls schon erwähnt unter „programmatic Advertising 2020“ wird es auch im Bereich der Bitcoins einiges neues in 2020 geben. Dazu gehört nicht nur der erwähnte Basic Attention Token (BAT) als Belohnung für´s Werbung kucken sondern viel mehr.
Laut Wallstreet-online.de ist 2020 das Jahr des Security Tokens, die das Wertpapier-Investment vereinfachen sollen. Die BaFin genehmigte den Verkauf von Token-Anleihen durch Bitbond und StartMark in 2019, womit der Weg für neue Tokens in 2020 geebnet ist.

Auch der „Libra“ von Facebook ist für Anfang 2020 geplant. Der Libra ist im Gegensatz zur offenen Blockchain eine geschlossenes Blockchain Netz, bestehend aus ca. 30 Unternehmen, die sich gegenseitig kontrollieren. Der große Vorteil des geschlossenen Systems liegt in der Transfergeschwindigkeit, da hier kein „Proof of Work“ notwendig ist. Eigentlich bräuchte Facebook keine Blockchain und könnte leichter eine eigene Währung alleine aufsetzen. Durch das Konsortium aus Unternehmen gibt es aber eine Kontrolle untereinander, was das Vertrauen in den Libra stärken dürfte.
Tja, damit wäre dann Facebook nicht nur Social Media Netzwerk sondern eine eigene Bank und unabhängig von den einzelnen Landeswährungen, was für ein weltweit agierendes Unternehmen mehr als nur interessant sein dürfte. Der Libra stünde dann sofort über 2 Milliarden Nutzern zur Verfügung, die damit bargeldlos bezahlen könnten. Das dafür von Facebook zur Verfügung gestellte „Wallet“ trägt den Namen Calibra. Der Libra ist übrigens smart Contract fähig und kann damit Güter und Leistungen repräsentieren. Kucken wir mal was passiert.
Sollte China mit WeChat ein Markteintritt in Europa gelingen, könnte es spannend werden, da WeChat Pay ebenfalls ein Token ist.

Weitere Tokens für´s Jahr 2020 könnten z.B. auch ein „Fake News Token“ sein oder ein „Reputation Token“, denkbar ist vieles.

Wenn Ihr Euch für Bitcoins interessiert, solltet Ihr auch den Wien Token anschauen. Hier plant die Stadt Wien ein Belohnungssystem für die Vermeidung von CO². Dabei wird die Belohnung in Form eines Wien Tokens ausgezahlt, der dann für kulturelle Events , zum Busfahren etc. eingelöst werden kann. Geplant ist der Start für 2020. Krypto-Guru.de veröffentlichte diesbezüglich eine Artikel.

Fazit:

2020 wird auf keinen Fall entspannt. Besonders interessant wird das kommende Jahr im Bereich Social Media, genauer Facebook. Dort stehen aus meiner Sicht die größten Neuerungen an. In den letzten Jahren wurde Facebook nicht nur das größte Soziale Netzwerk weltweit, sondern auch Identity Provider. Dazu kommt in 2020 der Libra als universelles, digitales Zahlungssystem und die VR-Plattform Facebook Horizon.

Die Voice-Search wird weiter vorangetrieben. Dies bedeutet neue und zusätzliche Optimierung der Inhalte für die natürliche Sprache. Dabei spielt das featured Snipped eine entscheidende Rolle.

Die einzelnen Webseiten der Unternehmen werden stark an Relevanz verlieren. Google beantwortet die Fragen bereits über Voice-Search oder im featured Snipped, wodurch ein Klick auf die jeweilige Seite nicht mehr notwendig wird.
Diese Zero-Click Searches machen heute bereits 50% der Suchanfragen bei Google aus.
Da sich die meisten Nutzer in Apps und Sozialen Plattformen tummeln, wird sich die Marketingaktivität der Unternehmen dorthin verlagern. Um dies zu vereinfachen führte Instagram die Shoppable Posts ein. Damit müssen die User das gewohnte App-Umfeld nicht einmal mehr verlassen.

Das Segment Video gewinnt weiter an Fahrt. Ebenso die Content-Erweiterungen über AR und VR. Videos machen bereits 75% des mobilen Traffics aus. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren steigen, dazu kommen noch weitere Datenintensive Anwendungen für AR und VR. Leider sieht es so aus, dass unsere Bundesregierung nach wie vor nicht kapiert das eine flächendeckende digitale Infrastruktur zukunftsentscheidend ist. Daher ist davon auszugehen, dass die anderen Länder uns gerade in der Netzabdeckung und 5G überholen werden.
Womit der Innovationsstandort Deutschland hinsichtlich vieler neuen Technologien gefährdet ist.

Dann haben wir da noch das Datenloch durch die DSGVO, Probleme mit AdBlockern, private Settings in Browsern und das Multiversum Google mit den Spielplätzen Jobs for Google, Market, Ads, SEO, Events, Business… sowie alles was ich vergessen habe! XD

Es wird spannend, warten wir´s ab.
Langweillig wird es definitiv nicht.

Bild von Pixelkult auf Pixabay

Wolfram Daur - Online Marketing Manager || 2016 offiziell zertifiziert durch ein Online-Studium zum Online Marketing Manager durch die DEPAK (Deutsche Presseakademie)

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