Daur-Online

Dieses Jahr werde ich nicht nur mein Skillset im Online-Marketing weiter „schleifen“, sondern auch meine Fähigkeiten als Führungskraft. Dafür hat mir mein Unternehmen eine 6-monatige Weiterbildung gesponsert.
Letzte Woche am 15.02.2019 ging´s los mit der ersten Session in Stuttgart.

Anbieter ist die „Business Performance Academy – Living Leadership“.

Es gibt monatliche Präsenztage und natürlich eine Ladung Hausaufgaben und Vorbereitungen.
Los ging es im Vorfeld mit der Erstellung einer Spiegelanalyse und der Präsentation eines Kurzvortrages (3 Minuten).

Da ich eh im digitalen Fahrwasser schwimme, war es daher logisch, ein entsprechendes Thema vorzustellen. Außerdem hatte ich bereits im Januar einen Beitrag darüber verfasst.

Beitrag 02.01.2019: Warum versagen so viele Unternehmen bei der Digitalisierung?

In den vergangenen Tagen habe ich mich mit diesem Thema weiter auseinandergesetzt und ein paar neue Aspekte hinzugewonnen.

Anbei die Präsentation als PDF zum Download.

Warum versagen so viele Unternehmen bei der Digitalisierung – Kurzvortrag

Der Begriff „Digitalisierung“ ist seit Jahren in aller Munde. Daher möchte ich kurz die Frage beantworten, „Warum versagen so viele Unternehmen bei der Digitalisierung?“.

Dafür muß man verstehen, warum die Digitalisierung für Deutschland als Wirtschaftsstandort so wichtig ist.

Visualcapaitalist hat dies in einer Studie schön zusammengefasst. Die Grafik zeigt den Vergleich des Bruttoinlandproduktes (BIP) der Länder seit Beginn der christlichen Zeitzählung.
Wir sehen, dass gerade in den ersten 1.800 Jahren die Länder China und Indien die führenden Wirtschaftsmächte waren.
Erst mit der industriellen Revolution stieg die Relevanz der Länder Deutschland, Spanien, Russland, Frankreich und natürlich der USA, sprunghaft an.
Innerhalb von nur 100 Jahren verteilte sich die Wirtschaftsgeschichte neu und die USA wurden zur größten Wirtschaftsmacht.
Ende der 80er Jahre begann das digitale Zeitalter, mit der Einführung des PC. Ab dem Jahr 2000, also vor 19 Jahren, fängt die digitale Revolution an, sich auszuwirken. Betrachtet man den Zeitraum 2000 bis 2017 lässt sich hier wieder eine Umverteilung des BIP feststellen.

Dies wird deutlich, wenn wir die Linien einfach als Tendenz verlängern. Die Länder China, Indien, Japan und die USA kontrollieren einen Großteil der Wirtschaft. Europa und Russland spielen kaum noch eine Rolle.

Das Wachstum von China, Japan und den USA lässt sich einfach erklären. Es geht im Grunde um die extrem hohe Verfügbarkeit an „Venture Capital“. Ich habe dies in meinem Beitrag „Digitale Trends bis 2024 – Deutschland droht der Ausverkauf“ umrissen. Kurzum, diese Länder kaufen einfach alle für sie relevanten Startups auf. Wobei hier gerne mal 500 Millionen als VC investiert werden. Durch diese schiere Masse an Kapital werden die Wettbewerber gleich mit ins Abseits gestellt. Japan z.B. hat die Industrie 4.0 (wie es bei uns genannt wird) bereits in 2003 unter dem Namen E-Factoriy realisiert. Toyoto investierte z.B. 500 Millionen in „uber“. Die Softbank (Japan, VC 100 Milliarden USD Kapital) investierte 460 Millionen Euro in Auto1 aus Berlin…

Bei Indien liegt die Erklärung ein bischen anders gelagert. Für den Boom in Indien gibt es vielerlei Gründe und Ansichten. Ich persönlich finde diese hier am interessantesten. Die bisherigen, großen Wirtschaftsmächte hatten einfach keine Lust auf bestimmte Arbeiten. Da die Arbeitskraft dafür in den eigenen Ländern zu teuer war. Deshalb hat man diese einfach nach Indien ausgelagert. Wir erinnern uns an die Greencard für Programmierer aus Indien, Callcenter, an Produktionsstätten für Leder, Stoffe, etc. Wir wollen eigentlich nur die „tollen“ Jobs, die harte Arbeit verschieben wir gerne in Niedriglohnländer. Das dabei auch das Know-how abwandert, in Sachen Produktion, war nur eine Frage der Zeit. Davon profitiert jetzt Indien und wird zu einer der mächtigsten Wirtschaftsmärkte.

Nachtrag: 11.09.2019
In einem Video zum Thema KI vom NDR habe ich ebenfalls eine schöne Grafik gefunden, die dieses Problem ebenfalls „bestätigt“. Sie zeigt die Herkunft der führenden Wissenschaftler weltweit, bis zum Jahr 2030. Klar ist dies eine Prognose, aber wenn unserer Industrie und Politik weiterhin so zögerlich unterwegs ist, ist die Wahrschienlichkeit recht hoch.

Quelle (Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=D5OxMbIpIPI -NDR)

Wie kann sowas passieren?

Dafür müssen wir uns die Entscheider in Deutschland ansehen. Unsere Politiker sind im Durchschnitt 60 Jahre alt. Unsere Geschäftsführer durchschnittlich 51,9 Jahre. Diese Führungselite wurde also im Zeitraum 1960 – 1970 geboren, mitten im Wirtschaftswunder, die Generation X.
Diese Generation ist in einer Überflussgesellschaft aufgewachsen, verfügt über ein hohes Bildungsniveau und ein ausgeprägtes Konsumverhalten. Dies führte aber auch zu einer gewissen Interessenslosigkeit, Oberflächlichkeit und Egoismus. Die Generation X ist sozusagen gesättigt.
Die meisten von ihnen sind bereits über 30 Jahre im Geschäftsleben verankert und haben noch 10 Jahre bis zur Rente.

Warum sollte eine solche Führungskraft Interesse an der Digitalisierung haben?

Für sie ist die Digitalisierung:

  • Arbeit, für die sie sich nicht interessiert,
  • Aufwand, da sie das Thema nicht versteht,
  • Ein Risiko, da es die Zielerreichung gefährdet,
  • Eigentlich will sie nur sicher in die Rente
  • Und den Status Quo nicht gefährden.

Warum versagen also so viele deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung?

Die Antwort ist ganz einfach:

Digitalisierung ist Chefsache, nur leider haben die keine Lust.

Klar gibt es noch eine Vielzahl an anderen Mitgründen, aber alle beruht auf einem Vorbild und daher fängt alles mit dem Mindset der Chefs an.

 

Und das Beste daran ist, dass alle älteren Generationen über die jüngeren schimpfen. Dabei haben die doch diese Folgegenerationen erzogen! Das, was die Baby Bommer und Generation X gelehrt hat, „entwickel Dich weiter!“, „mach das worauf Du Spass hast“, „Du hast so viele Möglichkeiten“… „Ihr sollte es mal Besser haben“…

Jetzt wird es eingefordert aber die jetztige Führungsriege hat sich schon eingekuschelt und will eigentlich gar nichts mehr ändern!



Wolfram Daur - Online Marketing Manager || 2016 offiziell zertifiziert durch ein Online-Studium zum Online Marketing Manager durch die DEPAK (Deutsche Presseakademie)

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