Daur-Online

Seite der DMEXCO 2014 ist das Thema Native Ads bei den Agenturen und Publishern in Deutschland angekommen und verbreitet sich seither wie ein Lauffeuer als die neue Werbeform im online Marketing.

Diverse Agenturen hatten bereits in den Jahren zuvor regen Kontakt mit dieser Werbeform. Dazu gehört unter anderem die Publisher Focus und Spiegel online, die diese Formate im großen Stil für Unternehmen zur Verfügung stellen.

Für viele SEO-Agenturen ist dieser Format eine interessante Möglichkeit um an die begehrten „trusted“ Links zu kommen.

Was sind Native Ads?

Laut Wikipedia bedeutet Native Advertising – Werbung im bekannten Umfeld, was die grundlegende Form dieser Werbeformate gut definiert.

Native Ads bezeichnet Werbung, die sich nicht von herkömmlichen Inhalten unterscheiden lässt. Auf Internetseiten von Zeitungen würde sich dieser Format an die redaktionellen Artikel anpassen und und so kaum unterscheiden lassen. In einer Bildergalerie könnte dies ein extra erstelltes Bild sein, welches zur Galerie passt und dadurch nicht weiter auffällt. Genauso verhält es sich bei Blogs, Videos usw.

Das Ziel beim Native Advertising ist es, dem Endverbraucher zu suggerieren, dass es sich hier um einen echten Artikel, Post usw. handelt und nicht um Werbung. Dadurch erkennt der Verbraucher nicht auf anhieb die Werbebotschaft, wodurch er die Werbebotschaft unbewusst konsumiert.

Native Advertising ist aber nicht nur ein Phänomen der Online Werbung, sondern findet sich ebenfalls im Print-Bereich wieder.

Fazit:

Native Ads ist eine Werbeform, die sich nicht als Werbung erkennen lässt, da diese an die jeweiligen Inhalte der Webseiten angepasst ist. Die darin enthaltenen Werbebotschaften können so dem Endverbraucher effektiver vermittelt werden.

Formate des Native Advertisings.

Advertorial

Eine der klassischen Formen der Native Ads sind Advertorials. Dieser Format findet sich besonders häufig im redaktionellen Umfeld wieder. Besonders gut eigenen sich hier Blogs, online Magazine und Zeitungen. Also alles, wo viele redaktionelle Inhalte dargestellt werden.

Die Advertorials übernehmen dabei den Aufbau der Artikel in ihrem Umfeld und werden an diese angepasst. Somit lässt sich das Advertorial optisch nicht von anderen Artikeln mehr unterscheiden und wird vom Konsumenten automatisch im Stream der Nachrichten und Posts mit erfasst.

Advertorials sind meist von professionellen Textern verfasst und leiten geschickt auf ein damit verknüpftes Produkt oder einen Anbieter weiter. Gerne werden in den Artikeln die Bezugsquellen gemischt um die Wertigkeit des Artikels noch zu erhöhen. Dabei kann auch schon mal ein Advertorial auf ein weiteres, extra dafür verfasstes Advertorial, verweisen. Innerhalb eines Advertorials ist gestalterisch alles möglich, was im redaktionellen Umfeld ebenfalls geboten wird. Von Bildergalerien über Videos und oder Kombinationen mit diversen Display Ads, erlaubt ist was dem Kunden gefällt.

Grundlegend möchte ich zwischen drei Versionen an Native Ads unterscheiden.

  1. Der „Schleicher“ (Advertorial). Hier wird ein redaktioneller Artikel verfasst, der sich mit „most wanted“ Themen befasst. Um einen Anbiete von Immobilien zu bewerben, würde man hier einen Artikel über ein Thema schreiben, welches die Zielgruppe interessiert und damit eine hohe Suchmaschinenrelevanz hat. Z.B. die 10 besten Tipps für Häuslebauer. Dieser Artikel hat auf den ersten Blick nichts mit dem Auftraggeber zu tun. Liest man die Tipps, gelangt man am Ende des Artikels auf einen weiterführenden Abschnitt, dieser wird dann mit dem Anbieter verlinkt.Der „Schleicher“ vermittelt seine Inhalte an eine vorher definierte Zielgruppe, die den Artikel meist über Suchmaschinen finden. Durch die hohe Glaubwürdigkeit der Trägerseite und deren gute Sichtbarkeit vermittelt das Suchergebnis dem Endverbraucher, dass es sich hierbei um einen relevanten, glaubwürdigen Artikel handelt. Dies wird glücklicherweise durch die meist sehr hohe Qualität der Artikel unterstützt.Der „Schleicher“ hat meist einen Wortumfang von ca. 500 Wörtern und ist nach den Regeln des Content- und Suchmaschinenmarketings optimiert. Die Laufzeit eines „Schleichers“ beträgt mehrere Monate bis Jahre, damit baut der Artikel einen langfristigen Nutzen für die User und Anbieter auf. Die im Artikel verwendeten Links stehen auf „dofollow“ (Voraussetzung).
  2. Der „Direkte“ (Advertorial) versucht erst gar nicht sich hinter irgend welchen Fassaden zu verstecken, er ist ein klassischer PR-Artikel in Bezug auf ein Produkt oder Unternehmen. Dabei werden hier mit redaktioneller Professionalität die Vorzüge und Kompetenzen hervorgehoben und herausgearbeitet. Dieser Format wird gerne in Branchenverzeichnissen eingesetzt um die darin enthaltenen Unternehmen vorzustellen.Im Thema Content und SEO verhält er sich genau so wie der „Schleicher“. Auch der „Direkte“ profitiert von der Wertigkeit / Sichtbarkeit der Trägerseite und ist auf einen längere Laufzeit ausgerichtet. Die Zielgruppe wir hier direkt angesprochen. Sie suchen einen Elektriker in Aalen = Ergebnis.Ein „Direkter“ kann schon mal 2.000 Wörter beinhalten, je nach dem wie viel der Auftraggeber wünscht. Ebenfalls können hier Videos und Bildergalerien eingesetzt werden. Im Unterschied zum „Schleicher“ kann der „Direkte“ mit Produktplatzierungen arbeiten. Kombinationen mit Display Werbeformaten wie Bannern und Co sind gern gesehen.
  3. Der „Display-Zwilling“ (Native Ad) bedient sich der grundlegenden Form von Native Ads und wird in den Contentstream von Seiten eingebettet. Er passt sich dem Aufbau der Artikel der Trägerseite komplett an und ist so im Verlauf der Artikel-Previews nicht von den anderen Inhalten unterscheidbar. Der „Display-Zwilling“ ist ähnlich zu bewerten wie eine der anderen Display-Formate wie Banner, Content-Banner usw. allerdings zeichnet er sich dank seiner verschleierten Formatierung durch eine wesentlich bessere Wirksamkeit aus. Er verfügt über einen weiterführenden Link, der sich in seiner Verwendung von den anderen Formen der Advertorials unterscheidet.Das Linkziel eines „Display-Zwillings“ kann hier schon mal direkt die Seite eines Anbieters oder Produktes sein oder aber auch ein „Direkter oder Schleicher“ – Ad.Der „Display-Zwilling“ ist hauptsächlich ein Teaser und verfügt daher nur über eine begrenzte Anzahl an Wörtern. Je nach Trägerseite wird er als Artikelteaser, Bild in einer Bildergalerie oder als eine Video verwendet. Content-Marketing und SEO spielen hierbei eine weniger ausgeprägte Rolle. Auch die Laufzeit ähnelt eher der eines typischen Display Formates und wird oft in TKP, Tagen oder Klicks bewertet.

Rahmenbedingungen für Native Ads und Advertorials nach dem deutschen Presserecht.

  1. Klare Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung und oder
  2. Kennzeichnungspflicht für Werbung und damit auch für Native Ads.

Grundsätzlich lässt sich aber eins klarstellen. Native Ads sind keine Neuerfindung der digitalen Welt, sondern finden schon seit Jahrzehnten regen Einsatz in den unterschiedlichsten Print Publikationen. Native Ads ähneln dem redaktionellen Content, gemessen an diesem Standard, besteht jede Zeitungs- oder Zeitschriftenbeilage aus Native Ads.

Egal wie man es dreht und wendet, Native Advertising ist eine alt bekannte Methode Werbebotschaften an den Kunden zu bekommen, nur das Trendwort „Native Ads“ ist neu und bezieht sich hauptsächlich auf das online Segment.

Fakt ist aber, dass diese Werbeform eine wesentlich höhere Akzeptanz beim Endverbraucher hat als herkömmliche Display Werbung, wie unterschiedliche Studien belegen. So z.B. die „Native Advertising Studie 2015“ der ForwardAdGroup.

Native Advertising erntet positive Bewertungen und überzeugt vor allem aufgrund der Relevanz der Inhalte und des Informationsgehalts. Zu diesem Ergebnis kommt die Native Advertising Studie der ForwardAdGroup, einem der größten Digitalvermarkter in Deutschland. Die ForwardAdGroup hat knapp 500 Personen nach ihrer Nutzung und der Wahrnehmung von Native Advertising Kampagnen befragt

  1. Relevante Inhalte begeistern den Nutzer – egal ob Werbung oder nicht
  2. Native Advertising gefällt und überzeugt durch mehr Information
  3. Native Kampagnen wirken innovativ und machen die Marke attraktiver

Wolfram Daur
Online Marketing Manager

(2016 offiziell zertifiziert durch Online-Studium zum Online Marketing Manager durch die DEPAK)

Wolfram Daur - Online Marketing Manager || 2016 offiziell zertifiziert durch ein Online-Studium zum Online Marketing Manager durch die DEPAK (Deutsche Presseakademie)

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