Daur-Online

Heute geht’s mal nicht direkt um Textoptimierung und SEO, sondern um das Thema Content Creation. Also darum, wie man den Inhalt für eine Themenseite definiert und aufbaut, vergleichbar mit einem Redaktionsplan. Dass die Inhalte dann auch entsprechend nach den aktuellen SEO-Richtlinien für die Suchmaschinen und für die Leser optimiert wird, setze ich voraus, daher gehe ich hier nicht darauf ein.

Wenn man eine Themenseite aufbaut, geht es darum, das Thema „holistisch“ also ganzheitlich abzuhandeln. Dank der KI „Rank Brain“ von Google wird holistischer Content immer wichtiger um gut in den Suchabfragen zu performen.
Dafür müssen wir wissen, welche Inhalte zu unserer Themenseite gehören und welche Relevanz diese haben. Kurzum, wir müssen wissen welche Keywords zum Thema gehören und welche Fragen die User dementsprechend stellen. Wie man das herausfindet, zeige ich euch jetzt am Beispiel „Grillen“.

1. Keywords identifizieren

Um Keywords zu identifizieren, bietet sich klassische der Keyword Planer von Google AdWords an. Allerdings benötigt man hier inzwischen eine hinterlegte Kreditkarte im Account. Es gibt aber auch ein paar weitere, schöne, kostenlose Alternativen.

Alternativen zum Keyword Planer von Google
Keyword Finder (die kostenlose Registrierung erlaubt 5 Suchanfragen pro Tag!)
MOZ Keyword Explorer (kostenlose Registrierung – erlaubt 10 Suchabfragen pro Monat)
– uvm.

Ich verwende hier im Beispiel den Keyword Finder und trage mein Thema bzw. Keyword „Grillen“ ein. Land und Sprache stelle ich auf „Germany“ – „German“ um. Dann geht’s schon los. Das Ergebnis filtere ich nach „Search“. Wobei „Search“ hier für das durchschnittliche Suchvolumen pro Monat in den letzten 12 Monaten, steht.
Unser Ziel ist ja, die relevantesten Keywords zu unserem Thema zu finden um damit einen möglichst holistischen Content zu erstellen um eine maximale Reichweite aufzubauen. Also genau das was wir brauchen.

Wie viele der Keywords Ihr jetzt für Euer Thema herauspickt, liegt an Euch. In diesem Beispiel schaue ich mir nur die erste Seite an und filtere diese.

Es fällt gleich auf, dass es hier wieder Themenschwerpunkte gibt, nämlich „grill“ (also Typen) und „grillrezepte“. Alle anderen, relevanten Keywords gliedern sich innerhalb dieser Punkte.

2. Keywords strukturieren und filtern

In meinem Beispiel ist es relativ einfach die Keywords zu strukturieren.

  • Hauptthema: „Grillen“
    • Subthema 1: „grill“
      • „gasgrill“
      • „elektrogrill“
      • „holzkohlegrill“
      • „kugelgrill“
      • „weber kugelgrill“
      • „schwenkgrill“
    • Subthema 2: „grillrezepte“ / „grillideen“
      • „salat zum grillen“
      • „vegetarisches grillen“
      • „gemüse grillen“
      • „lachs grillen“
      • „forelle grillen“

Damit erstellt Ihr Euch eine Liste an Keywords und Themen, die, wenn möglich wieder in Schwerpunkte gegliedert werden.

Empfehlung 1:
Macht ruhig eine längere Liste, so könnt Ihr ein Basisset bilden und zusätzlich regelmäßig neue Inhalte in Euren Blog etc. veröffentlichen.

Empfehlung 2:
Nicht alle Keywords sind immer relevant, manchmal tauchen Begriffe auf, die saisonalen Ereignissen geschuldet sind, diese solltet Ihr erstmal rauslassen. Denn der damit gezogene Traffic sucht meist nach anderen Inhalten. Würde man das Thema „Hochzeit“ verwenden und diese Struktur aufbauen, würde wohl auch das Bezugs-Keyword „Harry und Meghan“ (Royale Hochzeit 2018) mit auftauchen. Wer danach sucht, wird aber nicht unbedingt an Brautmoden, Hochzeitsacessoires etc. interessiert sein.

Empfehlung 3:
Bei der Auswertung der Keywords zum Thema „Grillen“ taucht die Marke „Weber“ auf. Hier müsst Ihr entscheiden, ob der Begriff zu Eurerm Thema passt, oder nicht. Wenn Ihr im Bereich Affiliate unterwegs seid, und Weber im Angebot habt, dann passt alles. Wenn Ihr Weber nicht anbietet, könntet Ihr hier mit vergleichenden Themen arbeiten, um das Keyword zu nutzen und auf Euer Produkt umzuleiten.

So, die ersten Schritte sind erledigt. Wir haben jetzt eine Liste an Keywords, sortiert nach Relevanz und Themenschwerpunkten. Damit gehen wir zum nächsten Schritt.

3. W-Fragen definieren

Auch hier geht es wieder um die Relevanz. Da User inzwischen gerne Fragen in den Suchmaschinen formulieren, nutzen wir diesen Fakt zu unserem Vorteil, wir liefern die Antworten auf diese Fragen. Aber zuerst müssen wir die relevantesten Fragen zu unseren Keywords herausfinden. Auch hierfür gibt es diverse kostenlose W-Fragen Tools.

Keyword Finder (die kostenlose Registrierung erlaubt 5 Suchanfragen pro Tag!)
OneProSEO (kostenlos Registrierung, keine Limitierung auf W-Fragen)
usw…

Ich verwende hier das W-Fragen Tool von OneProSeo, da ich hier keine Limitierung habe und ebenfalls eine Relevanzbewertung der Fragen getroffen wird. Den ersten Begriff, den ich hier eintrage ist „gasgrill“.

Damit habe ich meine W-Fragen zu meinem ersten Keyword. Für die restlichen gehe ich genauso vor und erweitere meine Liste mit den jeweiligen Fragen. Es liegt an Euch wie viele Fragen Ihr beantworten möchtet.

  • Hauptthema: „Grillen“
    • Subthema 1: „grill“
      • „gasgrill“
        • gasgrill worauf achten?
        • womit weber gasgrill reinigen?
        • womit gasgrill reinigen?
        • wozu backburner beim gasgrill?
        • wozu kette beim gasgrill?
        • wozu infrarotbrenner beim gasgrill?
        • wozu lavasteine gasgrill?
      • „elektrogrill“

Empfehlung 4:
Denkt daran, es geht um „holistischen“ Content. Ihr werdet nicht nur einzelne Artikel zu den jeweiligen Fragen als Antworten erstellen, sondern auch eine Sammelseite, die das jeweiligen Thema ganzheitlich (holisitsch) behandelt. Oft empfehlen sich dafür „Top 10“ Listen. Daher solltet Ihr bei besonders relevanten Themen auch entsprechend viele W-Fragen listen.

Empfehlung 5:
Auch hier lassen sich oft Themen zusammenfassen. Wer später Top-X-Listen erstellt, sollte hier wieder die passenden Fragen zusammenfassen.

4. W-Fragen sauber ausformulieren

Die Ergebnisse der W-Fragen-Tools lassen sich natürlich schlecht 1 zu 1 für Überschriften verwenden. Auch wenn aus SEO-Sicht richtig, fehlt hier noch die Leser-Komponente.
Aus der SEO Frage: „gasgrill worauf achten?“ wird z.B. „Auf was muß man bei einem Gasgrill achten?. Zugegeben, nicht meine kreativste Arbeit, aber Ihr wisst ja was ich meine. Wichtig ist, dass Ihr die Suchintention so genau wie möglich formuliert und idealerweise noch die Begriffe aus den W-Fragen mit einbezieht. Die KI von Google (RankBrain) macht den Rest, da diese ebenfalls versucht die Suchintention des Users zu verstehen. Die Ausformulierten Fragen ergenzt Ihr wieder in Eurer Liste.

5. Content erstellen

Wer die Muse hat, kann jetzt zu jeder Frage die Antwort selbst erstellen. Da es hier aber sehr schnell über 50 Fragen werden, die es zu beantworten gilt, empfehle ich hier einen externen Dienstleister zu konsultieren.

Dienstleister Texterstellung:
CrowdGuru
Textbroker
usw…

Wenn Ihr nur holistische Seiten erstellen wollt reicht es auch, wenn die Antworten eine Länge von ca. 150 – 300 Wörtern haben. Wollt Ihr zusätzlich jede Frage in einem eigenen Artikel beantworten, sollten die Artikel eine Länge von mindestens 500 Wörtern haben. Wobei Ihr dann aus den Artikeln die holistischen Seiten baut, indem Ihr die Artikel-Teaser auf einer Seite sammelt.

Empfehlung 6:
Denkt an die Text-SEO, Bilder und wenn möglich Videos um die Relevanz noch zu steigern.

6. Veröffentlichung

So, jetzt habt Ihr eine Ladung an Inhalten, die Ihr auf Eurer Themenseite veröffentlichen könnt.

Variante 1:
Ihr veröffentlicht alles, also alle Artikel und erstellt daraus holistische Seiten, die Themengebiete zusammenfassen und abhandeln. Diese Seiten, gerne als Top-X Liste verlinkt Ihr mit den Artikeln und andersrum.

Variante 2:
Ihr arbeitet mit einem Zeitplan. Heißt ich veröffentlicht regelmäßig neue Artikel um so immer frische Inhalte anzubieten. Ist ein bestimmtes Volumen an Inhalten veröffentlicht, schiebt Ihr die Top-X Listen inkl. Verlinkungen nach.

Empfehlung 7:
Variante 2 hat den Vorteil, dass der Leser und Google immer neue Inhalte zur Verfügung gestellt bekommen. Dadurch kommt der Leser öfter auf Eure Seite und die Bindung verstärkt sich. Außerdem liebt Google frische Inhalte.

Empfehlung 8:
Linkbuilding ist nach wie vor einer der wichtigsten Rankingfaktoren für Google, dienen diese doch als eine Art Empfehlung. Daher nutzt das aus. Sucht nach Foren, bei Gutefrage.net usw. nach Usern, die Eure Fragen gestellt haben und beantwortet diese mit einem Link auf Euren Artikel. Da die Frage und Eure Antwort zusammenpassen, Ihr also einen Mehrwert bietet, kommt Ihr damit an relevante Backlinks. Zur internen Verlinkung nehmt Ihr die „holistischen“ Seiten als zusätzlicher Link neben der Menüstruktur.

So, viel Spass beim Basteln.

Wolfram Daur
Online Marketing Manager

Beitragsbild: Pixabay.com

Wolfram Daur - Online Marketing Manager || 2016 offiziell zertifiziert durch ein Online-Studium zum Online Marketing Manager durch die DEPAK (Deutsche Presseakademie)

View Comments

There are currently no comments.

Next Post