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Hintergrund ist der von Trump ausgerufene Nationale Notstand im Telekommunikationsbereich. Der derzeitig Präsident der USA setzte Huawei auf seine schwarze Liste. Somit ist es US-Firmen untersagt, Ausrüstung etc. von Unternehmen zu verwenden, die ein Risiko für die nationale Sicherheit sind. Hintergrund dieser Entscheidung ist der von Präsident Donald Trump heraufbeschworene Handelskrieg mit China, worin er auch gleich Huawei der Spionage bezichtigt.
Lustig ist, dass Vertreter der NSA und des FBI von Edward Snowden bereits in 2007 der Spionage gegen Huawei bezichtigt wurden, sowei gegen andere Hersteller. Was aus den auf Wikileaks veröffentlichten NSA Dokumenten klar hervor ging. Hier setzten die Geheimdienste der USA ähnliche  Techniken ein, denen Huawei jetzt bezichtigt wird. Also eigentlich nichts anderes als ein riesen Schauspiel zur Verschleierung der eigenen Inkompetenz.
Die Muttergesellschaft Alphabet Inc. von Google soll Huawei den Zugang zu Hard- und Software sowie Updates für das Betriebssystem Android, sperren. Das hat Konsequenzen für alle Nutzer von Huawei Endgeräten, betrifft dies doch auch die Google Services Google Play Store, Gmail und Youtube (Quelle: Reuters.com).

Ein paar Fakten zu Huawei:

Huawei ist inzwischen auf Platz 2 der Smartphone-Hersteller (Marktanteil 17% im ersten Quartal 2019 – Samsung 21%, Apple 12%, Xiaomi 8%). Dadurch den USA natürlich ein Dorn im Auge, hat Huawei doch damit auch Appel auf den dritten Platz verwiesen.

Der Umsatz im Smartphone-Sektor fällt trotzdem weiterhin leicht ab. Wobei Huawei hier im Vergleich zu den Wettbewerben ein sattes Plus von 50% zum Vorjahr aufweisen kann. So verkaufte Huawei im ersten Quartal diesen Jahres 59 Millionen Endgeräte. Im Jahr 2018 verkaufte Huawei nach eigenen Aussagen 200 Millionen Endgeräte.

Die sinkenden Umsätze der anderen Hersteller lassen sich laut einer Studie von Counterpoint einfach erklären. Die Austauschzyklen der Smartphones ist gestiegen und liegt aktuell bei ca. 30 Monaten bei Android Premium Endgeräten und 36 Monaten bei iPhones. Oder einfach ausgedrückt, der Konsument kauft nicht mehr jedes Jahr ein neues Smartphone sondern nur noch alle drei Jahre.

Wenn Huawei jetzt clever reagiert, wird aus dem Embargo ein wahrer Schatz.

Mit dieser Entscheidung von Donald Trump wird Huawei fast schon genötigt, ein eigenes Betriebssystem auf den Markt zu bringen. Mit der hohen Marktdurchdringung derer Endgeräte, dürfet dies auch deren Ansporn sein.

Trump erschafft damit unwissentlich ein reales Potential für ein neues Betriebssystem, welches direkt in den Wettbewerb zu IOS und Android einsteigen kann. Laut Quellen arbeitet Huawei bereits an solch einer Lösung. 200 Millionen verkaufte Endgeräte in 2018 und 59 Millionen Engeräte im ersten Quartal 2019, gepaart mit den gestiegenen Austauschzyklen auf 30 Monate, sind ein starkes Argument hier zu reagieren.

Huawei muss es jetzt nur gelingen, den Trust der Nutzer nicht zu verspielen und muß daher schnell handeln.

Ein Problem wird der Play Store sein. Aber hier wird die Nachfrage entscheiden.  Da Google hier mit seinem Open Source Android Marktführer ist, wird es wohl relativ einfach sein, diese Lücke zu füllen. Der Store heißt dann einfach anders, bietet aber die selben Apps und kommt nicht mehr aus den USA, sondern aus China.

Und wer weiß, was mit Trumps Ideen sonst noch so angestoßen wird.

Wer das Betriebssystem kontrolliert, kontrolliert den Store, die Suchanfragen… und die Daten. Außerdem würden sich damit auch Podukte wie „Wai Xin“ besser auf andere Märkte verteilen lassen, das wiederum wäre extrem schmerzhaft für Facebook und Co. sowie für diverse Payment Anbieter.

Wenn Huawei also schnell ist und wir wissen ja wie schnell die Chinesen sein können, dann birgt die Entscheidung von Trump echte Potentiale. Aber nicht für die USA, sondern für China.

Naja, und was von einem Konzern wie Google zu halten ist, der sich für dieses Embargo nutzen lässt, kann man sich ja denken. Hier steht klar das Eigeninteresse im Vordergrund, gibt es doch eine eigene Smartphone Serie. Rühmte sich Google doch lange mit seinem Wahlspruch „Don“t be evil“, wurde dieser Leitspruch vor Kurzem aus der Priorität des „Code of Conduct“ genommen und abgeschwächt. Die finanziellen Interessen sind dann wohl doch höher als das Richtige zu tun.

„Don´t be evil.“ …. But it´s also about doing the right things more generally – following the law, acting honorably, and treating co-workers with courtesy and respect.

Auszug ehemaliger Code of Conduct – Google

Doch nicht nur Google beteiligt sich an diesem Trumpschen Notstand, sondern auch Intel, Qualcomm, Xilinx und Broadcom.

Ich persönlich finde es äußerst fraglich, wenn ein weltweit so stark etablierter Konzern wie Google, sich in Machtspiele von Präsidenten hineinziehen lässt.

Es wird auf jeden Fall spannend was hier in den nächsten Wochen passieren wird.

Trump hat die Kugel abgefeuert, mal schauen wo diese aufschlägt.

Titelbild: Pixabay.com

Wolfram Daur - Online Marketing Manager || 2016 offiziell zertifiziert durch ein Online-Studium zum Online Marketing Manager durch die DEPAK (Deutsche Presseakademie)

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